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buch - tip
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leonora. als kind schrieb sie in spiegelschrift. vielleicht war sie nur aufsässig oder eigensinnig vielleicht war es schon damals der drang nichts gelten zu lassen als das was es zu sein schien. mensch war nicht nur mensch tier nicht nur tier pflanze nicht nur pflanze. in leonoras bildern tummelten sich phantastische mischlinge nie gesehener tier - und menschengewächse in geheimnisvoller mission unterwegs. die kamen aus leonoras kinderzimmer die, sagt sie , seien zusammen mit ihr auf die welt gekommen. was leonora über ihr leben erzählt klingt als hätte sie nie die wahl gehabt als sei sie überhaupt nur geboren um diese bilder zu hinterlassen die gemalten wie die geschriebenen und als sei alles nur einer frage der energie gewesen. energie schien ein lieblingswort von ihr zu sein fast im range eines zauberwortes. aber wenn leonora nie die wahl hatte warum sollte dann sie, johanna, die wahl gehabt haben. ihr hatte nichts und niemand eingegeben nur noch in spiegelschrift zu schreiben ihr waren keine anderen fabeltiere im traum erschienen als sie in märchenbüchern gesehn hatte. sie war genauso wahllos ordentlich wie leonora außerordentlich war und wahrscheinlich hat es nicht einmal eine kreuzung gegeben an der sie den falschen weg gewählt hat. auch wenn sie sich gewünscht hatte bedenkenloser und wilder zu sein war der wunsch immer abstrakt geblieben und ihre phantasie hatte ratlos ausschau gehalten nach einem passenden feld auf dem sie sich so ungewohnt hätte bewähren können .
( aus : " ach glück " von monika maron )
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